Holmes als Kunstfigur: Fakten, Mythen, Adaptionen | Classics


Heute als Abschluss der Sherlock Holmes-Monats {Unglaublich! Wie konnte es nur so schnell schon vorbei sein?} ein kleiner genereller Einblick in das Universum von Sherlock Holmes. Längst beschränkt man sich, wenn man diesen Namen nennt, nicht mehr auf die Werke von Arthur Conan Doyle. Sherlock Holmes ist eine Kunstfigur geworden, vielfach interpretiert und neu adaptiert worden. Dabei spielen viele Dinge in den neuen Versionen eine wichtige Rolle.


1. Die Baker Street 


Die Baker-Street, der bekannteste Schauplatz von Sherlock Holmes. Man muss sich nicht mit Sherlock Holmes auskennen, um zu wissen, dass er in der 221 B Baker Street wohnt. In den Büchern wird es als ein bürgerlicher Albau beschrieben. 
Bis heute ist diese Straße eine Touristenattraktion. Denn neben den Bildern des genialen Detektivs, die die U-Bahn-Station Baker Street zieren, steht heute dort das Sherlock Holmes Museum. Genau da, wo Holmes gelebt haben soll.

Zu Zeiten von Doyle ging diese Straße jedoch nur bis zur Nummer 100. Erst 1932 wurde eine andere Straße an diese angeschlossen. De Facto gehörte das Gebäude mit der Nummer 221 einem Art-Deco-Gebäude an, besser bekannt als das Abbey House, welches jedoch 2005 schloss. 
Heute hängt dort eine Blue Plaque als Andenken dieser literarischen Kunstfigur. 



2. "Elementary, my dear Watson!"

Das Zitat "Elementary, my dear Watson" ist vielleicht das bekannteste Zitat. Sherlock Holmes benutzt zwar häufig das Wort Elementary, und nennt Watson auch gelegentlich my dear. Zusammen wurde es jedoch in keiner einzigen Geschichte von Sherlock Holmes erwähnt.
Dieses Zitat kam laut englischem Wikipedia erstmals in einem anderen Roman vor: The Secret Adversary von Agatha Christie. Populär wurde es später durch die zahlreichen Verfilmungen, in denen dieses Zitat aufgegriffen wurde.



3. Die Deerstalker-Mütze und der Inverness-Mantel

Dieser Mythos ist eher eine Halbwahrheit. Die Mütze wird nur einmal in den Geschichten ausdrücklich erwähnt, nämlich in den Memoiren des Sherlock Holmes, Silberstern. In den Geschichten ist er wie ein normaler bürgerlicher Londons gekleidet, trägt ab und zu einen Regen- oder Reisemantel.
Das populäre Erscheinungsbild ist zurückzuführen auf die Illustrationen von Sidney Paget. Der Zeichner trug selbst gerne eine Deerstalker-Mütze. In anderen Illustrationen von ihm hat Holmes allerdings auch einen normalen Mantel mit Kapuze an.



4. Irene Adler


Irene Adler, von Sherlock Holmes nur als die Frau bezeichnet, ist eine Abenteurerin, die in der Geschichte ein Skandal in Böhmen als eine der anmutigsten und schönsten Frauen der Welt beschrieben wird, mit einem Gemüt aus Stahl und einem sehr scharfen Verstand. Obwohl sie nur in einer einzigen Kurzgeschichte vorkommt, gilt sie als eine wichtige Nebenrolle, da sie es schafft, Sherlock Holmes zu überlisten. Damit verändert sie das Frauenbild Holmes im Allgemeinen, der nämlich solche vor dem Treffen eher herablassend betrachtete. Und auch widersprach es dem damaligen allgemeinen Verständnisses, sodass Irene Adler eine herausragende Frau darstellt.
Explizit werden zwar keine romantischen Gefühle ausgesprochen, dennoch wird in vielen Adaptionen eine Liebesgeschichte entwickelt.



5. Holmes Drogenkonsum


Dass Holmes einer "Drogen-Manie" unterliegt, ist kein Geheimnis. Er ist starker Raucher und benutzt u.a. Kokain als Flucht vor der Langeweile. Jedoch wollte ich nicht ungesagt lassen, dass zu Zeiten von Arthur Conan Doyle der Konsum von Kokain noch nicht verboten war. Eher im Gegenteil: Man konnte Morphine rezeptfrei in Apotheken kaufen und schätze deren positiven Wirkungen.
Erst als sich das Suchtpotenzial von diesen Drogen herausgestellt hatte, änderte sich auch das Verhältnis von Holmes zu Drogen deutlich. Gegen Ende hat Holmes den Drogenkonsum eingestellt.


 

Das war natürlich nur ein kleiner Einblick in die Dinge, die andere Autoren und Regisseure beeinflussten oder auch inspirierten. Sherlock Holmes bietet ein so umfangreiches Universum, dass man kaum hinterherkommt.
Dennoch hoffe ich, dass ich ein paar interessante Fakten herausgepickt habe, die ihr vielleicht noch nicht kanntet :)




Kommentare:

  1. Hey du ♥

    Auf diesen Post hab ich mich gefreut! :)

    Als ich in London war bin ich auch in die Baker Street gepilgert, dort ist jetzt das Sherlock Holmes Museum, aber ich war dann doch zu geizig für die 6 Pfund Eintritt. Denn der gute Sherlock ist ja keine historische Person, sondern eine Kunstfigur, was wollen die da schon ausstellen? Sah mir zu sehr nach Touristen-Abzocke aus.^^

    Und ah, mir fällt es grad wie Schuppen von den Augen! xD
    Ich kannte schon das Zitat "elemantary!" bzw. auf deutsch "Elementar!", aber mir erklärt sich erst jetzt, warum die Serie "Elementary" so heißt. Die ist übrigens schlecht und hat nichts mit Holmes und Watson zu tun, außer dass die Charas so heißen. Finde ich jedenfalls. Aber das fiel mir grad auf!^^

    Zu dem Deerstalker gibt es auch in den Spielen einen Seitenhieb. Dort fordert Homes einmal Watson auf ihm seinen Deerstalker zu bringen "von dem die Leute anscheinend glauben, ich würde ihn Tag und Nacht tragen".^^

    Das meiste wusste ich schon, aber hab mich trotzdem über den Beitrag gefreut! :)

    Liebste Grüße
    Shirley

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    1. Huhu!

      Oh, Elementary habe ich nicht einmal die erste Folge durchgesehen weil es mich so gelangweilt hat xD
      Wie gesagt, bis jetzt haben mich die Filme alle nicht so überzeugt, bis auf den BBC-Sherlock (auch wenn er mir an einigen Szenen doch zu seltsam ist).
      Auf der Baker Street war ich damals ja auch, habe mir das Geld aber auch aufgehoben. Ich hatte sowieso Mitschüler im Schlepptau, also selbst wenn ich gewollt hätte, wäre es nicht gegangen.

      Ich glaube für einen Sherlock Holmes Fan kann man nicht mehr sooo viel aufdecken, das meiste ist ja bereits zu Tode aufgedeckt :D aber ich hoffe ja vor allem mit der Reihe, dass sich "nicht-Fans" oder auch Fans der neueren Adaptionen ein bisschen was aufdecken kann :)

      Ich wünsch dir nen schönen Restabend!

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