Wann ist ein Buch gut? | Worauf ich achte und wie ich rezensiere

Dass Bewertungen eine subjektive Sache sind, ist uns wohl allen klar. 
Jeder hat andere Interessen und Schwerpunkte und dementsprechend wird ein Buch natürlich anders bewertet. Das macht die ganze Bewertungsfunktion natürlich recht schwierig.
Wann ist ein Buch gut? Wann ist es schlecht? Wie kann ich ein Buch bewerten, wo sind da die Kriterien, denen man folgen kann?  
Ich möchte heute mal versuchen, meine Sicht der Dinge darzustellen und meine Gedanken zusammenstellen. Damit ist für euch klarer, was ihr von meinen Bewertungen habt und inwiefern mein Geschmack auf euren zutrifft. Aber natürlich ist es auch einfach eine Frage, die mir persönlich einfach wichtig ist. Und mich würde brennend interessieren, was für euch ein gutes Buch ausmacht. Also ab damit in die Kommentare!



Was macht für mich ein gutes Buch aus?

1. Was das Buch verspricht 

Das ist für mich die erste und auch eigentlich wichtigste Überlegung. Was verspricht mir das Buch, was möchte es erreichen oder erzählen?
Ein von mir ungern gelesenes Genre allein reicht nicht aus, um ein Buch schlecht zu bewerten. Wenn ein Werk sich als schnulzige, platte Liebesgeschichte darstellt, dann erwarte ich dies auch. Und wenn es genau das bietet, dann hat es dieses Kriterium erfüllt. Ob das meinen Geschmack trifft, ist eine ganz andere Frage und steht momentan gar nicht im Raum.
 Wenn allerdings mit metaphysischen Grundsatztheorien um sich geworfen wird und Liebe in keinem einzigen Satz erwähnt wird, dann hat es meine Erwartungen nicht erfüllt.
 Wenn ein Buch das hält, was es verspricht, dann ist es gut. Und wenn es noch etwas drauf packt, dann ist es sehr gut. 

2. Story und Plot

Die Story ist das Kernstück eines Romans und daher steht und fällt ein Werk mit der Geschichte. Ich erwarte nicht viel von der Geschichte an sich, denn ich bin sehr offen für Plot und Idee. Wichtig ist, dass nicht alles oberflächlich oder sogar fehlerhaft abgehandelt wird und z.B. bei einer Dystopie ausreichend Informationen zum politischen Aspekt gegeben sind.
Eine gute Story muss mich mitreißen können. Sie muss mich in andere Welten ziehen, spannend sein, aber sie darf auch mit Realitäten konfrontieren und mich nachdenklich stimmen.
Ich mag auch die ruhigen Bücher, die nicht actionreich sind, dafür aber ganz sensibel und sehr emotional arbeiten. Ganz klar: die Story muss mich ergreifen. 
Für die fünf Schmetterlinge muss die Story ausgeklügelt und spannend/mitreißend sein und darf weder zu wenig, noch zu viel ausschweifen. 

2,5. Originalität

Nicht im Fokus, aber auch nicht unwichtig: Ist es eine Geschichte, von der ich das Gefühl habe, sie so in der Form noch nie gelesen zu haben? Oder ist es eher eine jener Geschichten, die wie jede andere ihrer Sparte funktioniert?
Eine neue Idee wirkt sich, wenn gut umgesetzt, immer positiv bei mir aus. Auf das althergebrachte zurückzugreifen aber nicht zwangsläufig schlecht.

3. Charaktere

Das können wir ganz kurz halten: Ich hasse klischee-behaftete, eindimensionale Darstellungen. Vor allem Mary-Sues und Gary-Stues können mir eine Geschichte verderben. (Was bedeutet Mary Sue? [link]) Und ich mag das genaue Gegenteil. Es ist für mich einfach wenig reizvoll, zu simple und berechenbare Figuren bei ihrem Weg zu begleiten, weil sie viel zu oft einem Stereotypen folgen, der sich immer und immer wieder wiederholt.

4. Stilistik und Sprache

Sehr, sehr, sehr wichtig für mich. Auf Blätterwind gibt es keine vollen fünf Schmetterlinge, wenn mich Sprache und Stil nicht überzeugen konnten, egal wie gut die Story ist. 
Natürlich muss die Kombination stimmen. Bei einem Jugendbuch erwarte ich nicht, dass die Stilistik unglaublich brillant ist. (s.o.) Dennoch muss es wenigstens flüssig zu lesen sein. Ich liebe es sehr, wenn mit Perspektiven und Erzähltechniken experimentiert wird, und mindestens genauso schätze ich eine präzise und klare Sprache. Der Sprachstil muss mich nicht nur am Buch fesseln, sondern auch auf subtile Weise vermitteln können, was der Autor verdeutlichen will. (Keine "Haudrauf-Taktik" oder viel zu offensichtlich gelegte (falsche) Fährten)
Wenn der Autor es schafft, mit dem Leser zu spielen, immer wieder durch die Sprache neue raffinierte Effekte ermöglicht und den Leser so ins aktive Denken versetzt, verdient er meinen größten Respekt. 
Literatur ist schließlich eine Kunstform und das Beherrschen des Handwerks soll honoriert werden. 

5. Die Ebene tiefer

Ebenfalls grandios wenn es da ist, aber auch nicht schlimm, wenn nicht. Ich mag es, wenn Bücher politisch, gesellschaftlich oder auch persönlich tiefgreifend sind. Das ganze rundet es einfach ab. Ich mag es einfach, wenn ein Buch mich zum nachdenken bringt.
Das kann aber gehörig nach hinten los gehen, wenn da jemand versucht, pseudo-tiefgründige oder tragische Elemente einzubringen!


Was macht für mich eine gute Rezension aus?

1. Rezensionen dienen zum Vorstellen

Auch wenn eine eigene Meinung in Rezensionen mehr als wichtig ist, dient die Rezension in erster Linie dazu, den Lesern einen möglichst 'neutralen' und ausführlichen Eindruck des Buches zu vermitteln! Der Leser soll nach dem Lesen wissen, womit er rechnen muss, wenn er das Buch kauft und ob es seinen Geschmack treffen könnte. Meine eigene Meinung soll als Stütze dienen, jedoch die Kaufentscheidung des Lesers nicht dominieren. Natürlich lege ich den Schwerpunkt in meinen Rezensionen und daher ist die Rezension niemals komplett neutral oder objektiv, aber sie sollte in keinem Fall zu einseitig beleuchtet werden. 

Denn es gilt: Meine Lieblinge können euch gar nicht gefallen und umgekehrt. Was ich aus bestimmten Gründen gar nicht mochte, kann für euch aus den gleichen Gründen heraus ein klasse Buch sein.

2. Möglichst viele Punkte beleuchten

Eng mit dem ersten Punkt verbunden ist der zweite Punkt: um jeden gut zu informieren, was man kauft, versuche ich viele Aspekte zu beleuchten. Auch Dinge, die für mich eher peripher eingestuft werden, finden in meinen Rezensionen Platz: für andere könnte es wichtig sein. 
Sofern es geht, versuche ich sowohl positives, als auch negatives zu nennen. 

3. Sachlichkeit

Es verhält sich dem Buch und auch dem Autor gegenüber ungerecht, wenn man bei einer Rezension beleidigend wird oder keine Begründungen nennt, wieso einem das Buch nicht gefallen hat und es einfach als "schlecht" abstempelt. 
Genauso ist es allerdings auch umgekehrt: Ein Buch in den Himmel zu loben, nur weil einem der männliche Hauptcharakter gerade so gut gefällt, finde ich auch nicht fair. Ehrlichkeit ist eine der wichtigsten Punkte beim Rezensieren! Auch Ehrlichkeit zu sich selbst.  

4. Auch eine Rezension gehört gut geschrieben

Eine Rezension soll einen Mehrwert haben und dies hat sie auf zwei Weisen: entweder sie informiert über das Buch, das rezensiert wird, und/oder die Rezension selbst ist so gut geschrieben, dass man sie gerne liest. Nach dem Motto: "Es lohnt sich nicht, das Buch zu kaufen, aber wenigstens hat es sich gelohnt, die Rezension zu lesen."
Dabei - finde ich - darf man auch mal einen spitzen, komischen oder provokativen Ton anschneiden, solange (!) man die argumentative Sachlichkeit nicht verliert. 


Puuuh, ein langer Post, aber es war mir wirklich wichtig alles mal aufzuschreiben.
Ich schaffe es auch nicht immer, alles genauso zu machen, wie ich es hier aufgelistet habe. Irren ist menschlich. Und gerade bei Büchern, die so sehr auf den Emotionen basieren, wird man oft euphorisch oder eben auch skeptisch. 

Und jetzt würde mich brennend interessieren:

Welche Kriterien muss ein Buch erfüllen, damit es in euren Augen ein gutes Buch ist? 
(Ich rede hier bewusst nicht von "gefallen"^^)
Worauf achtet ihr bei euren Rezensionen?

Anmerkung: dieser Post wird immer wieder aufgearbeitet, um ja keinen Punkt auszulassen.

Kommentare:

  1. Huhu liebe Emma ♥
    Ich stimme dir wirklich zu und gebe zu das ich mich ab und an bei einer Rezension davon hinreisen lasse wie mir das Buch gefallen hat ohne die stilistischen Argumente ins Auge zu nehmen. Gerade bei Büchern die mich absolut begeistert haben, fällt es mir sehr schwer sachlich zu bleiben. (:
    Trotzdem achte ich bei meinen Rezensionen darauf, nicht nur den Plot und die Figuren zu behandeln sondern auch Schreibstil und Stilmittel.

    Alles Liebe,
    Jasi ♥

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu!
      Ich schaffe es leider auch nicht immer, auf alle Punkte gleichermaßen zu achten. Bücher sind etwas unheimlich emotionales, und da passiert es eben schnell, dass der Analytiker im Kopf einfach mal Pause macht :)
      Daher hab ich meine Gedanken auch einfach mal sortieren wollen :)

      Löschen
  2. Sehr viele, interessante Punkte, die ich auch so sehe!
    Ich mag zum Beispiel auch keine total flachen und uninteressanten, beziehungsweise klischeehaften Charaktere! Bei so einem Buch, würde ich meine Zeit dann lieber mit Kaffe trinken verplempern :D.
    Allerdings kommt es bei mir auch manchmal vor, dass ich ein Buch lese, das mich unglaublich begeistert, obwohl nicht wirklich viel oder nicht wirklich etwas unfassbar spannendes passiert, aber das Buch einen Zauber beinhaltet, der sich in den Gefühlen wiederspiegelt! Daher finde ich es bei manchen Büchern schwer, einen guten Grund für die gute Bewertung zu liefern, denn Gefühle basieren ja auch auf eigenen Erfahrungen und damit wiederum verknüpfe ich manche Szenen auf Büchern. [Ich hoffe es ist nicht zu kompliziert erklärt :D] Kurz gesagt: Ja Bücher sind sehr subjektiv zu betrachten :). ABER ich finde die Punkte die du nennst, bezüglich der Rezensionen, sollte man trotzdem versuchen zu beachten. Ich persönlich lese mir auch gerne Rezensionen durch, um zu erfahren, ob mich die "Welt" in der die Geschichte spielt überhaupt interessiert. Allerdings mag ich es nicht, ZU viel von dem Inhalt in den Rezensionen zu erfahren.

    Toller Beitrag!

    Liebe Grüße,
    Karin

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu!
      Du nimmst es mir ja vorweg. Ich mag ruhige Bücher auch sehr, das habe ich wohl verpeilt, irgendwo hinzuschreiben. *nachtrag*
      Die sind meistens unheimlich erfrischend, vor allem wenn man selbst gerade nicht den "Kick" braucht :D Die arbeiten dann auf eine subtile Art spannend, weil man einfach wissen will, wie es mit den Protagonisten weiter geht und wie sie sich fühlen... <3
      Spoiler sind für mich auch tabu, eine Rezension soll ja bei der Kaufentscheidung helfen und nicht das Buch an sich ersetzen. Es macht einfach keinen Spaß bei Rezensionen eine gesamte Inhaltsangabe zu lesen... Aber ich finde es z.B. wichtig, dass man dem Leser zum Beispiel zeigt: So ist das Buch aufgebaut, so ist die Sprache, so sind die Figuren dargestellt, genau damit kannst du rechnen, wenn du das Buch kaufst.

      Löschen
  3. Huhu! :)
    Ein gutes Buch ist für mich eins, das mich völlig in seine Welt hineinziehen kann und mich so ansteckt, dass ich immer mehr von dieser Welt sehen möchte. Die Handlung ist natürlich auch wichtig, aber noch wichtiger ist mir die Umsetzung. Ich achte sehr darauf, wie ein Buch "handwerklich" gelungen ist. Mich begeistern raffinierte Satzkonstruktionen und wenn der Autor mit dem Leser spielt - was nicht leicht ist, da man als Autor ja alle Fakten kennt und es sehr schwer ist abzuschätzen, wie der Leser das nachher sehen wird - oder überraschende Denkansätze oder Dinge, die einfach wahr sind, die man aber trotzdem nie so klar gesehen hat.
    Einfach nur eine Geschichte aufschreiben kann jeder, aber etwas wirklich handwerklich aufzubauen und auszufeilen, das ist was völlig anderes! Und wenn ich merke, ein Autor hat sich über seine Satzbauten gar keine Gedanken gemacht, verdirbt es mir schnell die Freude an dem ganzen Buch. Oder wenn jemand einfach gar kein Gefühl für sowas hat, das regt mich auf!
    Leider geht damit einher, dass viele Effekte dadurch bei mir als Leser gar nicht mehr funktionieren, weil ich sie eben sehe und sie entdecke. Der Zaubertrick ist halt nicht mehr magisch, wenn man die versteckten Fäden entdeckt hat.
    Also verstehst du was ich meine? :D
    Zum Beispiel Cliffhanger funktionieren bei mir nicht mehr, weil ich dann nur sehe: "Oh, hier wurde ein Cliffhanger platziert um die Spannung zu halten!" und der Inhalt wird in dem Moment zweitrangig.
    Häufig ist das schon irgendwie schade, auf der anderen Seite kann einen das richtig begeistern, wenn man da an besonders toll ausgearbeitetes Werk gerät und ich analsysiere solche Techniken wahnsinnig gern und bin immer fasziniert was für einen Wahnsinnsunterschied ein einzelnes Wort zum Teil schon ausmachen kann. :)

    Gott, ich werde nie lernen mich kurz zu fassen! =_="
    Gute Rezensionen sind für mich solche, die möglichst viele Aspekte beleuchten, wie du gesagt hast, und die auch ins Detail gehen, aber ohne zu spoilern.
    Ich mag es, wenn auf die Charaktere eingegangen wird, denn die sind für mich mit das Wichtigste an der Handlung. Und allgemein sollte eine Meinung immer begründet werden. Mir fehlen oft einfach Hintergrundinfos. Wenn jemand nur schreibt "Die Hauptperson war mir unsympatisch" oder "die Geschichte war langweilig", dann sollte man erläutern waaaarum das so ist, denn sonst kann ja keiner was damit anfangen.^^

    Deine Rezensionen finde ich übrigens immer wahnsinnig gründlich und gut fundiert, oft recherchierst du noch etwas dafür und du setzt dich intensiv mit dem Buch auseinander und machst dir über alles wirklich Gedanken, das finde ich super! :)

    Liebe Grüße,
    Shirley

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallöchen :)
      Das mit dem Handwerkszeug geht mir genauso. Ich will, dass ein Buch mich miteinbezieht und ich das Geschehen aktiv erlebe: ich möchte die Geschichte nicht passiv als Zuschauer erleben, sondern aktiv werden: Nachdenken, überlegen und vielleicht auch mal angesprochen werden.
      Aber auch Satzstrukturen, Schreibstil, Perspektiven und originelle Denkansätze sind für mich sehr wichtig. Wie du schon sagst: Man spielt mit dem Leser und genau das finde ich so faszinierend.
      Mit den Effekten ist das so eine Sache: Die müssen gut gemacht sein. Und das ist gar nicht so leicht, denn viele "normalen" Effekte sind einfach aufgebraucht und viel zu oft gesehen. Ja, Cliffhanger funktionieren bei mir auch nicht. So Sachen müssen für mich neu oder neuartig erscheinen und mich richtig von den Socken hauen! Deswegen lese ich ja so gerne Paul Auster und würde ihn dir auch empfehlen! :)

      Ich danke dir für das Kompliment ^O^
      Das freut mich total, dass meine Rezensionen bei dir gut ankommen :) Ich gebe mir wirklich viel Mühe und versuche alles zu beachten. Da steckt mein ganzes Herzblut drin und umso schöner ist es, dass andere das auch wertschätzen. Mein Anspruch an mich selbst ist da auch recht hoch, ich will immer alles zu 110% richtig machen ;)

      Löschen
  4. Hallo,
    ich habe gerade deinen Blog entdeckt und bin absolut verzaubert.
    Du hast hier solch eine schöne, kleine (Buch-) Welt erschaffen, da kan man stundelang stöbern und träumen.
    Diesen Beitrag zu Rezension finden ich sehr gelungen und gut. Wirklich hilfreich. Vielen Dank. :)
    Liebste Grüße,
    Feder Träumerin
    (himmlischerfedertraum.blogspot.de)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu Träumerin :)
      Dein Name ist ja schön. Vielen Dank für deine lieben Worte, das freut mich sehr! Schön, dass er dir helfen konnte.

      Hoffentlich hören wir uns noch öfter :)
      liebe Grüße,
      Emilie

      Löschen
  5. Hallo Emilie :)

    da hast du dir ja unheimlich viel Mühe gemacht, das alles aufzuschreiben. Wirklich gut ausformuliert. Idealerweise sollte ein Buch und eine Rezension tatsächlich die Kriterien erfüllen die du beschreibst. Aber erfahrungsgemäß klappt das ja manchmal nicht zu 100% ;).

    Bei den Charakteren sind wir uns völlig einig. Wobei mir Originalität auch sehr wichtig ist. Wie du schon schreibst, macht es nichts wenn eine Thematik noch einmal aufgegriffen wird, die es aber schon mal gab, solange sie gut im Buch verarbeitet und umgesetzt wurde, so dass man doch das Gefühl hat beim Lesen, dass man gerade etwas erfrischendes vor sich hat. Der Schreibstil ist natürlich ein Aspekt, der bei mir auch gelungen sein muss. Er muss einen schönen Lesefluss garantieren und auch zur Geschichte passend sein. Wenn das erfüllt ist, hat ein Buch bei mir schon fast gewonnen ;).

    Was du zu den Rezensionen ansprichst, da kann ich dir auch wieder nur zustimmen. Ich bemühe mich sehr, diese Dinge in meinen Rezensionen einzuhalten. Das klappt aber oft nicht immer so gut, wie man sich das wünscht. Gerade wenn ich ein Buch rezensiere, das mir total gut gefallen hat und ich eigentlich nichts negatives daran finden kann bzw. nichts negatives darüber sagen möchte. Da tue ich mich immer sehr schwer. Aber ich gebe nicht auf ;).

    Liebe Grüße und einen lesereichen Sonntag wünsche dir.
    Insi Eule

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu!
      Vielen lieben Dank für deinen Kommentar!
      Bei mir klappt das leider auch nicht oft, da wir ja alle von unserer eigenen Erfahrung und auch von unseren Gefühlen geprägt sind. Aber ich finde es wichtig, dass man alle seine Meinungen richtig nachvollziehbar begründet. Es macht einfach keinen Sinn davon zu berichten, dass das Buch sooooo(...) toll war, und nicht zu sagen, warum genau.

      Ich freue mich aber sehr, dass wir uns in den Punkten einig sind :) Das beruhigt mich in vielerlei Hinsicht: Zum einen, weil ich dann einen ungefähren Maßstab abschätzen kann und zum anderen, weil ich mich dann doch bestätigt fühle in meiner Arbeit.

      Ich wünsch dir einen schönen Start in die Woche! :)

      Löschen
  6. Hallo Emilie,

    ich bin fasziniert, wenn Leute klar sagen können wie sie ihre Meinung/Punkte/Rezension wie auch immer aufbauen. Das heißt, wenn dieser und dieser und dieser Punkt erfüllt ist, dann sind das drei Sterne und wenn das oder das fehlt, dann sind es nur zwei. Ich kann das gar nicht. Klar, hab ich auch Dinge worauf ich achte. Ein Buch was einfach schlecht lektoriert ist oder wo der Schreibstil furchtbar anstrengend ist, wird von mir keine fünf Punkte bekommen. Aber ich bewerte meistens sehr intuitiv, weil ich oftmals Schwierigkeiten habe (gerade bei guten Büchern) zu benennen was genau da jetzt gut dran.

    Was die Rezensionen angeht, weiß ich nicht ob ich dir zustimmen kann. Letztendlich ist die ganze Rezension doch eine eigene Meinung. Natürlich ist es so, dass jedes Buch Befürworter findet und genauso Leute die es nicht gut finden. Aber wie soll man denn ein Buch objektiv bewerten. Das geht für mich gar nicht bis kaum. Selbst wenn man bei einem Buch zum Beispiel sagt, der Schreibstil war an das Alter der Protagonisten angepasst, ist das subjektiv. Ein 30-jähriger bewertet Jugendsprache anders als jemand der selbst 14 oder 15 ist.
    Ich kann mir persönlich einfach kein Beispiel vorstellen, wo man eine objektive Aussage über ein Buch treffen könnte.

    Bei den möglichst vielen Punkten stimme ich dir auf jeden Fall zu. Das ist mir auch sehr wichtig, auch wenn es natürlich nicht immer klappt, weil manchmal einfach bestimme Aspekte dominieren und man nicht mehr auf andere achten kann.

    Einen schönen Sonntag noch,
    Julia

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu!
      Erst einmal vielen lieben Dank für deinen Kommentar.
      Ich finde, dass man schon in gewisser Weise objektiv an die Sache herangehen kann. Ein Buch zu rezensieren bedeutet für mich u.a. auch, dass der Aufbau beschrieben wird: Seitenanzahl, inhaltlicher Aufbau, und so weiter. Ich persönlich finde schon, dass man intersubjektiv sagen kann, ob ein Buch einen gelungenen Schreibstil besitzt oder nicht. Gerade wenn man auf den Punkt eingeht, dass das Buch halten muss, was es verspricht. Ein Jugendroman, der auch als solches funktionieren möchte, sollte z.B. nicht den Sprachstil von Goethe imitieren. Ich zum Beispiel lese Goethe total gerne, aber in einem Jugendbuch hat das eigentlich nichts verloren. Der Kontext muss stimmen, verstehst du was ich meine? ^^.
      Klar, ich habe nicht von absoluter Objektivität gesprochen. Das ist bei Büchern nicht möglich, da gebe ich dir recht. Ich möchte aber möglichst sachlich und nah an der argumentativen Ebene sein. Man legt seine Kriterien natürlich auch nach seiner Meinung fest. Aber in diesem Sinne gibts absolut gar keine Objektivität, außer evtl. in der Naturwissenschaft und alles ist nur "Meinung".
      Objektivität bedeutet aber in dem Kontext, und so wie ich es gemeint habe, argumentativ zu arbeiten und nicht nur zu sagen: "Die Person xy war mir unsympathisch"

      Hätte ich vielleicht anders ausdrücken sollen. Danke, dass du mich darauf aufmerksam gemacht hast :)

      Löschen
  7. Hey :)

    Wow, das hast du wirklich schön zusammengefasst, worauf du alles achtest beim Bewerten bzw. bei dem, was dir bei anderen Rezensionen wichtig ist. Ich habe für mich beim Lesen überlegt, wie ich das beim Schreiben meiner Rezis handhabe - und ich gebe dir in fast allen Punkten recht. Nur bei der Objektivität passe ich, denn da glaube ich, dass man eigentlich gar nicht wirklich objektiv sein kann.

    Natürlich versuche ich auch möglichst sachlich meine Bücher zu bewerten, die ich gelesen habe, aber ein Teil von mir wird immer seine persönliche Meinung einfließen lassen. Daher bin ich generell der Meinung, dass keine Rezi auf der Welt wirklich objektiv sein kann (nicht mal die der selbsternannten Literaturpäpste :D).

    Aus diesem Grund versuche ich auch, so gut es geht in meinen Rezis zu begründen, warum ich etwas mag oder nicht mag. Vieles ist halt einfach auch Geschmacksache, deswegen muss ein Buch nicht schlecht sein. Und genau diesen Unterschied versuche ich immer herauszuarbeiten. Originalität zum Beispiel ist etwas, was sehr, sehr subjektiv ist. Je mehr man gelesen hat, desto schwieriger wird es, eine Idee wirklich neu und originell zu finden. Wesentlich häufiger hat man mit den Jahren das Gefühl, das kenne ich doch schon, das hatte ich doch in einer anderen Form schon ...

    Sehr wichtig ist mir auch Ehrlichkeit: Mittlerweile habe ich doch schon sehr viele Rezis gelesen und ich habe oft den Eindruck, dass sich viele Rezensenten nicht trauen, ein Buch schlecht zu bewerten, wenn sie es als Rezensionsexemplar bekommen haben. Ist auch irgendwie verständlich, aber geholfen ist damit niemandem. Weder dem Leser noch dem Autor, der ja auf das Feedback der Leserschaft angewiesen ist ...

    Liebe Grüße
    Ascari vom Leseratz Blog

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu!
      Da mich jetzt vermehrt Leute schon darauf angesprochen haben, habe ich die Objektivität durch "Neutralität" ersetzt. Ich glaube, dass das passender ausdrückt, was ich meinte! :)
      Man legt natürlich IMMER seine Schwerpunkte bei einer Rezension abhängig davon, wie einem das Buch gefallen hat, da war das Wort wohl einfach unglücklich gewählt.
      Mit "objektiv" meinte ich eigentlich, dass man sich nicht von seinen eigenen Gefühlen zu sehr leiten lässt. Wenn einem die Welt von einem Buch gefallen hat, dann ist es oft schwer auch auf negative Dinge einzugehen - und genau diese Dinge möchte ich auch benennen. Das fällt mir ebenfalls schwer, aber ich versuche es zumindest.

      Mit der Ehrlichkeit hast du absolut Recht, das ist für mich auch unter dem Punkt Sachlichkeit vermerkt. Es verhält sich den Lesern und auch dem Autor gegenüber ungerecht, wenn man nur wegen der "Gratislektüre" lügt. So entzieht man einerseits dem Autor konstruktive Kritik, die ihm beim Verbessern helfen könnten, als auch den potenziellen Käufern.

      liebe Grüße :)

      Löschen