[Rezension] Go Raw - be alive!


Boris Lauser || Go Raw - Be Alive! || Kosmos Verlag || 160 Seiten || ISBN: 978-3440143582 


Der Trend Rohkost


Mit dem Kochbuch "Go Raw - be alive!" hat der Koch Boris Lauser auf 160 Seiten viele verschiedene Rezepte in Rohkost-Qualität und sehr viele Informationen rund um dieses Thema zusammengestellt.
Rohkost beschäftigt sich, wie der Name schon sagt, mit Nahrung, die nicht gekocht wird. Ein Erhitzen bis zu 40-42 Grad ist die Grenze. Dadurch sollen alle Enzyme und Vitamine erhalten bleiben, die sonst durch Hitze zerstört werden. Dabei zeigt Boris Lauser, dass Rohkost vielmehr bedeutet, als nur an rohem Gemüse zu knabbern.


Das Cover


Auf dem Cover sieht man Boris Lauser, der meiner Meinung nach sehr sympathisch auf dem Bild wirkt. Sein Lächeln wirkt nicht gespielt, sondern wirklich natürlich.
Ganz groß sticht natürlich der Titel "Go Raw - be alive!" hervor, aber unten drunter wird in etwas dezenterer Schrift "schlank, fit & happy mit Rohkost" versprochen.
Über das Gemüse am unteren linken Rand müssen wir nicht sprechen: Es passt einfach total ins Bild!


Der Aufbau


Nach einer kurzen Vorstellung des Autors kommen einige sehr informative und auch sehr übersichtliche Seiten über das Thema Rohkost an sich. Gerade letzteres hat mir sehr gut gefallen. Das Buch erschlägt einen nicht mit Theorie, denn die Inhalte werden genau auf den Punkt gebracht und sind zudem auch sehr ansprechend gestaltet. Zum Beispiel gibt es mehrere Tabellen: Angefangen von Alternativen der bisherigen Gewohnheiten bis zu den Einweich- und Quellzeiten von Nüssen, Samen und Sprossen.
Die Gerichte sind im Grunde genommen wie in jedem anderen Buch aufgeteilt: Frühstück; Suppen & Salate; Brote, Wraps & Dips ; Hauptgerichte, Süßes und Desserts. Ganz am Anfang findet sich noch das Kapitel "Basics für jeden Tag", in dem Boris Lauser die Rezepte gesammelt hat, die er in der Regel täglich isst. Besonders grüne Smoothies und Salate&Dressings sind hier im Mittelpunkt, aber auch das Fermentieren von Nussmilch zu Joghurt oder Käse wird hier aufgegriffen.
Ebenfalls klassische Rezepte wie Spaghetti Bolognese und Lasagne, aber auch Mousse a chocolate oder Dim Sum werden hier auf Rohkost-Qualität nachgekocht. Besonders asiatisch inspirierte Gerichte sind oft vertreten. Die meisten Rezepte sind außerdem vegan, obwohl man bei Rohkost theoretisch auch auf tierische Produkte zurückgreifen könnte. (z.B. Rohes Fleisch/Fisch, Rohmilch-Butter und -Käse) Das kam mir als Veganer sehr entgegen.




Meine Erfahrungen


Eins vorweg: Das Buch ist wahrscheinlich nichts für Leute, die sich nicht ernsthaft für das Thema interessieren. 
Die ganzen Rezepte erfordern Offenheit und Interesse für Neues und auch die Bereitschaft, mehr für sein Essen zu investieren (Geld, aber auch Zeit!) Wenn man sich das Buch zulegt, so muss man wissen, dass man auf Einkäufe im Reformhaus nicht drumherum kommen wird. 
Es wird mit vielen Dingen gearbeitet, die nicht in jedem Supermarkt zu erhalten sind. Und es wird mit teuren Produkten gearbeitet: Avocados, Cashew-Nüsse, Kokosnuss etc. Diesen Punkt will ich dem Buch gar nicht als Nachteil anlegen, denn das ist einfach ein Teil der Rohkost-Ernährung. Ich kaufe mir ja auch kein Buch über asiatische Gerichte, wenn ich nicht bereit bin, etwas mehr Geld im Asia-Shop dazulassen. Mir hat es zudem riesigen Spaß gemacht neue Produkte zu entdecken und bewusster mit den Nährstoffen umzugehen.

Die Rezepte, die ich ausprobiert habe, waren fast alle lecker bis sehr lecker. 
Von der Aufwendigkeit her variiert es von Gericht zu Gericht: es gibt Gerichte, die sind super schnell zubereitet, andere brauchen Einweichzeit und wiederum andere sind eher aufwändig. Ich habe übrigens mit meinem 20€ Stabmixer und meinem 60€ Standmixer alles gut püriert bekommen, notfalls einfach mehr Flüssigkeit hinzugegeben. Ein Hochleistungsmixer hätte die Suppen zwar cremiger mixen können, aber das Ergebnis war trotzdem immer zufriedenstellend.

Einen Spiralschneider muss man sich eigentlich auch nicht kaufen. Man kann einfach einen normalen Sparschäler nehmen und damit die Zucchini bzw. den Kürbis zu Bandnudeln verarbeiten, indem man so Lange von dem Gemüse abschält, bis man zu den Kernen gelangt.Ein Dörrgerät kann man auch zur Not mit dem normalen Ofen nachempfinden, wenn man die Tür leicht offen lässt. Ich habe dafür ein Stäbchen dazwischen geklemmt, sodass die feuchte Luft entweichen kann. (habe ich allerdings auch nur einmal gemacht.) 
Zu dem Versprechen "Schlank, Fit & Happy mit Rohkost", das auf dem Cover gemacht wird, kann ich "Fit & Happy" bestätigen. Besonders die Grünen Smoothies für den Start in den Tag machen mich richtig fit und das Happy kommt wohl daher, dass ich so viele neue Dinge ausprobiert habe und auch das Gefühl habe, dass ich jetzt bewusster mit Essen umgehe und es auch mehr genießen kann als vorher.Das mit dem Schlanksein hat sich bei mir zumindest nicht erfüllt, wobei das auch nicht der Anspruch an das Buch war.

Aus rechtlichen Gründen darf ich leider kein Rezept veröffentlichen, aber hier könnt ihr drei Probe-Rezepte finden: Klick!





Fazit:



Wahrscheinlich ist dieses Buch nicht für jedermann geeignet. Man muss sich schon auf diese Gerichte einlassen können. Nichtsdestotrotz hält das Buch das, was es verspricht und es vermittelt, was es vermitteln will. Man muss sich nur bewusst werden: 
 Bin ich ernsthaft interessiert an Rohkost? 
Bin ich bereit, mehr Geld für diese Ernährungsweise auszugeben? Zumindest testweise? 
Kann ich mein Essen ggf. planen? 
 Wie kann ich die Geräte ersetzen, wenn ich diese nicht habe und auch nicht anschaffen will? 

 Ich zumindest habe mich darauf eingelassen und bin sehr froh darüber!

Sachbücher/Ratgeber/Kochbücher unterliegen bei mir keiner Punkte-Bewertung. 

Kommentare:

  1. Puh, ich dachte bei dem Titel, das wär eins dieser furchtbaren Diätbücher wo sie einem zeigen wie man Gemüse in Stifte schneidet und einem das dann als "Gericht" verkaufen. x'D
    Das was du hier gezeigt hast sieht sehr lecker aus, bis auf das unterste. Ist das Reisteig oder Klarsichtfolie oder was sind das für geknotete Dinger?^^" Ich stell mir das ähnlich wie Mandu vor, dann müsste es eigentlich lecker sein.^^
    Bei Rohkost hab ich immer im Hinterkopf, dass der Körper die Vitamine nur in Verbindung mit Fett aufnehmen kann. Ob die Gerichte welches enthalten kann ich jetzt nicht sagen, aber irgendein Träger sollte schon vorhanden sein. Wobei ja z.B. Nüsse auch schon viel Fett enthalten, das würde ja schon reichen. Und zu viel Rohkost ist schlecht für die Verdauung, ansonsten ist das sicher gesund. :)

    Kennst du eigentlich schon den Ernährungstrend Paläo? Bin gestern zufällig darüber gestolpert und schüttle den Kopf darüber auf was für Ideen die Leute kommen, bzw. was sie sich da aufschwatzen lassen. :D
    Dieser Artikel bringt es gut auf den Punkt:
    http://www.zeit.de/2015/05/palaeo-diaet-steinzeit-ernaehrung-umstellung

    Für mich wäre dieses Raw-Kochbuch eher nichts, auch wenn mich das schon interessieren würde mehr vegan zu kochen und z.b. mal gemüsenudeln zu machen. Aber alles roh zu essen mag ich auch nicht und mein Magen mag das auch nicht so gern.^^

    Aber toll, dass du das mal vorgestellt hast! Vielleicht magst du ja auch mal ein ganzes Rezept vorstellen oder zwei? :)
    Dann kann man sich das vielleicht auch besser vorstellen, wie nach diesem Buch gekocht werden soll.^^

    Liebe Grüße,
    Shirley ♥

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    1. Mist, jetzt hab ich vergessen die Probe-Rezepte zu verlinken. *schnell hinzufügt*

      Und hier auch noch einmal extra für dich: http://www.kosmos.de/content-1333-1333/Rezepte/ ^^ Aus rechtlichen Gründen darf ich kein Rezept vorstellen, daher einfach da mal vorbeischauen.
      Das letzte Bild sind übrigens sog. Dim Sum, was ein bisschen irreführend ist, weil Dim Sum eine viele kleine verschiedene Gerichte beschreibt. Mandu kenne ich übrigens als Jiao Zi, das ist die chinesische Bezeichnung und gehören auch zu dieser Gruppe dazu.
      Was du als Klarsichtfolie bezeichnet hast ist Reispapier, also komplett essbar :D Sehr geschmacksneutral, daher eignet es sich besonders gut um einfach Gemüse zusammen zu rollen. Man benutzt es klassischerweise, um Summer Rolls zu machen, falls du das kennst.

      Das mit Paläo habe ich auch noch nicht ganz nachvollziehen können. Ich ernähre mich ja sehr vielseitig und experimentiere auch viel, aber Paläo hat mich noch nicht überzeugen können.
      Ganz auf Rohkost würde ich nicht umsteigen, sowieso nicht. Nicht mal Boris Lauser tut dies :D Aber ich finde es ist einfach mal etwas neues und das macht viel Spaß!
      Vor allem kann man auf dieser Basis auch sehr kreativ werden, das ist ja das schöne am Kochen. Wenn ich keine Lust auf "roh" habe, dann kann ich ja die Zucchini-Nudeln einfach blanchieren, daran hindert mich ja keiner ;)

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