Kaffeeklatsch - zwischen Vergangenheit und Zukunft


Die Zeit rast.
Jetzt, kurz vor einem neuen Lebensabschnitt, kommt es mir so vor, als würde mein Leben im Schnelldurchlauf abgespielt werden. Zwischen den ganzen Klausuren und dem Lernstress, dem Streben nach Erfolg, dem einfachen Wissen, etwas gut getan zu haben vergesse ich, was mir wichtig war.
oder viel mehr, was mir wichtig ist.
 Aber es ist nicht nur die Zukunft, die mir Angst macht. Es sind auch die Vergangenheit. Dinge getan zu haben, die ich bereue. Dinge, die ich nicht hätte tun oder sagen dürfen. Oder eben auch jene Dinge, die ich nicht getan oder gesagt habe, obwohl ich es hätte tun müssen.
An Tagen wie diesen, in denen ich anhalte und durchatme, merke ich erst, wie endlich alles ist.
Und auch, wie zerbrechlich alles ist.
Wie sinnlos es eigentlich ist, über Vergangenheit und Zukunft nachzugrübeln.
Zwischen den zwei scheinbar ewig großen Zeiten spielt sich genau die Zeit ab, in der alles passiert, was passieren soll und in der sich alles ändert, was sich ändern soll.
Jetzt. Genau jetzt.

Die Gegenwart ist die einzige Zeit, in der wir etwas verändern können. Und doch ist dieser Augenblick verschwunden, ehe wir ihn überhaupt erfassen können. Es ist die einzige Wirtklichkeit die wir haben, und doch ist sie das Flüchtigste, das schnell Vergessene.
An Tagen wie diesen, in denen ich merke, wie sinnlos die Frage nach dem Sinn des Lebens ist.
Ich habe in der letzten Zeit verloren was ich liebe, für einen Erfolg den ich nicht brauche.
Eine Sache, die ich ändern möchte.

Ich möchte den Augenblick genießen, ohne ihn später bereuen zu müssen. Ich möchte Dinge erleben und alles Glück aufsaugen. Dabei muss es nicht einmal besonders sein. Ein gutes Buch zu lesen reicht mir schon mehr als aus.

Ich will nicht sagen, dass man den Spaß dem Lernen vorziehen sollte. Aber man sollte eine Ballance finden, und sich am Ende des Tages mit Stolz im Spiegel betrachten können.
Zu wissen was man will und zu können was man mag, das ist eine Disziplin, die man nur über Jahre sammeln kann.
Es ist Aufgabe im Jetzt, etwas zu verwirklichen. Dieser Gedanke motiviert mich, in anstrengenden Phasen nicht aufzugeben.


Vielen Dank an Hanna für den Themenvorschlag!
 Wie geht ihr mit Zeit um? Habt ihr Angst oder seid ihr eher sorgenfrei?
Themenvorschläge für den nächsten Kaffeeklatsch gerne in die Kommentare oder per Mail!
[emmasbuecherblog@gmail.com]

Kommentare:

  1. Hey Emma,

    Tolles Thema und eine schöne Betrachtungsweise! Ich kann Dir in allen Punkten zustimmen, aber es ist am Ende eben doch schwieriger als man denkt. Man grübelt doch irgendwie über etwas nach. Bereut, vermisst... Da ist es ein wenig schwieriger im Jetzt zu bleiben.
    Wenn man mit der Vergangenheit nicht abschließen kann, ist es genauso schwer.

    Ich hoffe Du findest Deine Balance und hälst sie und kannst - wie Du so schön sagst - am Ende stolz auf Dich sein :)

    Liebe Grüße,
    Tascha

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    1. Huhu Tascha,
      Ich glaube das Problem liegt vor allem an dem Alltag, in den wir so schnell verfallen. Der Druck ist eben doch da, egal wie sehr man sich mental davon zu lösen versucht... aber solche kleinen Momente, in denen man den Pausenknopf findet, sind dafür umso schöner! :)
      Ich wünsche dir das gleiche <3

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