Kaffeeklatsch - Von Eifersucht und Neid


Hallo ihr Lieben,

Ich melde mich heute mal mit dem ersten, aber fortan fortgeführten, sonntäglichen Kaffeeklatsch. In meinem Kopf ist momentan viel, das raus muss und nirgendwo teile ich so gerne meine Gedanken, wie im world wide web ;)

Anlass für diesen Kaffeeklatsch ist wohl ein Gespräch mit einem meiner Kurskameraden gewesen. Er  sagte mir letztens:

 "Ich merke in letzter Zeit sehr, dass ich unheimlich neidisch auf die Noten der anderen bin. Ich fühl mich wie ein schlechter Mensch, aber dagegen tun kann ich auch nichts. Was kann ich dagegen tun?"


Eine Sache, mit der ich mich lange befasst habe, um ehrlich zu sein. 
Nun ist es so, dass wir in einer - wohlwollend ausgedrückten - Streberklasse hocken. Es wird kaum einen bei uns geben, der nicht einen 1er-Durchschnitt haben wird. Und ganz unabhängig davon, wie sehr wir uns mögen oder hassen, es liegt immer ein Geschmack von Konkurrenz und auch Druck in der Luft.

Neid ist ein beschissenes Gefühl.

Es macht einen kurz- oder langfristig unglücklich und macht viele Dinge kaputt. Die Frage "warum habe/kann ich das nicht?" stößt das Gedankenkarussell an - und das auf vollem Tempo. Jemanden zu beneiden bedeutet zwar nicht zwangsläufig, dass man es dem anderen nicht gönnt, aber oft entstehen solche Gedanken eben. Oft endet nämlich die kunterbunte Fahrt durch den Kopf irgendwo zwischen: "Das habe ich viel mehr verdient als er" und "Ich will auch."
Und im Endeffekt macht man sich selbst das Leben schwerer für etwas, was nicht einmal nötig ist, da die Menschen niemals alles haben können.

Ich persönlich muss ganz ehrlich sagen, dass ich nie ein sehr neidischer Mensch gewesen bin, dafür habe ich mit meiner Eifersucht so meine Probleme. Der Unterschied darin?
Eifersucht ist ganz einfach die Angst, etwas was man hat an einen anderen zu verlieren droht. Neid hingegen ist das Missgönnen von Besitz, Fähigkeiten oder Liebe eines anderen, was man selbst nicht hat. Aber ich finde, dass man beides am gleichen Schopf packen kann.

Wie jede Emotion hat nämlich auch der Neid zwei Seiten seiner Medaille. Man kann sich natürlich von dem Neidgedanken zerfressen lassen und allein in der Ecke schmollen. Man kann aber auch, und das ist wirklich der beste Trick, mit Neid umzugehen, sich einfach fragen: 

Wie hat er das geschafft? Das kann ich doch sicher auch!

Dann wandelt man das lähmende Gefühl nämlich in eine aktive Motivation um. Und damit kann man echt was anfangen oder?
Natürlich hat das Ganze auch mit dem Selbstbewusstsein zu tun. Ein Mensch, der mit sich selbst zufrieden ist, wird sich viel schneller für diese Aktivität begeistern lassen können, als jemand, der sich selbst schon daran scheitern sieht. 
Aber ich finde, man muss es einfach mal versuchen! Denn letzten Endes leidet keiner darunter, außer der Neidende selbst, und nur dieser kann auch etwas dagegen unternehmen.

Was glaubt ihr? Wie steht ihr zu dem Thema? Mich würde ja interessieren, ob ihr auch eine eigene Weise entwickelt habt, damit umzugehen.
Oder habt ihr noch Vorschläge für einen anderen Kaffeeklatsch? :)

einen schönen Advent!
Emilie

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