[Rezension] Fifty Shades of Grey


 Bild © Goldmann Verlag


Autor: E. L. James
Name: Fifty Shades of Grey - Geheimes Verlangen
Verlag: Goldmann Verlag
Erscheinungsjahr: 2012
ISBN: 978-3-442-47895-8
Klappentext: "Sie ist 21, Literaturstudentin und in der Liebe nicht allzu erfahren. Doch dann lernt Ana Steele den reichen und ebenso unverschämt selbstbewussten wie attraktiven Unternehmer Christian Grey bei einem Interview für ihre Uni-Zeitung kennen. Und möchte ihn eigentlich schnellstmöglich wieder vergessen, denn die Begegnung mit ihm hat sie zutiefst verwirrt. So sehr sie sich aber darum bemüht: Sie kommt von ihm nicht los. Christian führt Ana ein in eine dunkle, gefährliche Welt der Liebe – in eine Welt, vor der sie zurückschreckt und die sie doch mit unwiderstehlicher Kraft anzieht …"





Cover:

Das ist definitiv das Beste am Buch. Es fühlt sich wirklich gut an, sieht gut aus, ist haptisch ansprechend und hat auch in gewisser Weise durch die Rottöne und durch die dunklen Schatten etwas mysteriöses, dunkles, ansprechendes.

Komödie und Fangirl-Feeling...

... Nur mit der Erotik scheint es etwas zu kurz zu kommen. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich das Buch niemals gekauft oder gelesen hätte, wenn nicht so ein großer Hype um das Buch schwirren würde. Ich wollte einfach wissen, was die Menschen daran so fasziniert. Und ja: ich wollte mitreden, weil ich es doof finde, über Bücher zu urteilen, ohne sie gelesen zu haben. Und ja: Ich habe bereits erwartet, dass es schlecht ist und bin deswegen mit schlechten Erwartungen an die Sache rangegangen. Ich wurde trotzdem enttäuscht. 
 Ich kann total verstehen, dass Menschen den Plot toll finden. Den möchte ich auch gar nicht kritisieren. James hat schließlich mit Grey eine Figur getroffen, den viele Menschen scheinbar mögen. Die Richtung, in die der Roman geht, ist ja auch nichts Neues und hat schon bei vielen anderen Romanen gut funktioniert.
Aber das Buch ist stilistisch gesehen absolut schlecht. Das einzige Positive, das dazu zu vermerken ist, ist dass es sich flüssig lesen lässt.
Mit einem, wohlwollend ausgedrückt, minimalistischen Wortschatz von gefühlten 100 Worten schildert uns James eine Liebesgeschichte, die man nur mit viel Sinn für Ironie ertragen kann.
Seltsame Floskeln, die einfach nur falsch und übertrieben wirken ("post-koitale Haare"), haben es mir einfach verdorben. Ana, die Studentin mit scheinbarer multiplen Persönlichkeit (ihre "innere Göttin", mit der sie sich ständig streitet) verliebt sich in den Mister Alleskönner Grey, der nicht nur in jungem Alter schwer reich ist, sondern auch noch gut aussieht, Klavier spielt, den Pilotenführerschein besitzt und natürlich einen psychischen Knacks aus der Kindheit hat. 50, um genau zu sein, damit man mal den Titel auch versteht.

Abgesehen davon, dass ungefähr in jedem Kapitel beschrieben werden muss, wie toll und umwerfend Grey doch aussieht (und wie schlecht Ana sich einschätzt), werden immer zwischendrin auch mal pseudo-SM Szenen eingeworfen. Mal ehrlich, ein paar Klopfer auf den Po würde ich nicht als "voll zur Sache gehen" bezeichnen. Eher haben mich Sprachstil und völlig überzerrtes, eindimensionales Darstellen eher abgeschreckt als angeturnt. Selbst die Charaktere aus Märchen haben mehr Tiefe als diese plakativen, auf Sex reduzierten, Figuren. 
Letzten Endes konnte ich das Buch nur als einen großen Witz ertragen, weil einfach vieles komplett lächerlich ist. ("Ich schlafe nicht mit jemandem. Ich f***e... hart.") 
Ich bewerte wirklich ungern so hart und eigentlich bemühe ich mich immer, sowohl gute als auch schlechte Aspekte eines Buches herauszuarbeiten, aber leider ist es mir bei diesem Buch absolut nicht möglich.

Fazit:


Für Menschen, die auch nur etwas Wert auf das Handwerkszeug von Literatur legen, ist das absolut nichts.
Ich finde, dass das Buch wirklich wie eine Fan-Fiction wirkt und wer so etwas gerne liest, kann zugreifen. Aber ich finde, dass es das Geld absolut nicht wert ist.






Kommentare:

  1. Hahaha, genau so eine Rezension wollte ich zu diesem Buch mal sehen! x'D
    Ich hab es nicht selbst gelesen, aber viele bei mir aus der Berufsschule und was ich bisher davon mitbekommen habe... Das ist doch kein Buch, das ist eigentlich eine einzige Sexfantasie. Vor allem, wenn man weiß, dass das ursprünglich mal eine Twilight-Fanfiction war...^^
    Hier greift der Spruch "Sex sells" wohl besser als sonst irgendwo. Ohne den ganzen Sex hätte das doch niemand gekauft, traurig aber wahr.^^

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    1. Mir war zwar klar, dass es eine Fanfiction war und dem gemäß auch der Schreibstil ist, aber das war ja wirklich katastrophal!
      Aber du hast echt recht, das Buch beweist mal wieder die These "Sex sells". Ich verstehe trotzdem nicht, wie sowas so berühmt werden konnte...

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    2. Ja, irgendwie ist das schon ein schönes Armutszeugnis für unsere Gesellschaft... x_x"

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  2. Ich wollte das Buch auch nicht lesen, gerade weil es so gehypt wird. Und ich mag es auch nciht, wenn in Büchern zu viele Erotik-Szenen vorkommen, so wird der INhalt des Buches verdrängt. Ich würde das Buch gern lesen, einfach um mich zu bestätigen, dass ich und du recht haben und das Buch echt nicht gelesen werden sollte ;)
    Schöne Rezension übrigens.

    Lg,
    Müni

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    1. Huhu Müni!
      Vielen Dank für deinen lieben Kommentar :) ich finde das eigentlich, dass das Buch wesentlich weniger Aufmerksamkeit verdient. Es ist weder erotisch noch irgendwie gehaltvoll. Und ich glaube, ich habe es auch nur gelesen, damit ich das sagen kann :D
      Liebste Grüße
      Emilie

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  3. Huhu liebe Emilie ♥

    Ich wollte das Buch auch lesen. Hype ist schuld :3
    Bei den ersten 50 Seiten dachte ich mir: Huch das ist ja gar nicht so schlecht und Ana & Christian sind beide interessant. (Eher Christian als Ana *hust, hust* - sooo viel Selbszweifel gehören fast schon verboten). Aber dann ging es los mit dem Bettspielerei und nach dem sie zum dritten Mal miteinander geschlafen haben - hab ich abgebrochen. Anscheinend hab ich damit ja alles richtig gemacht :D

    Viele liebe Grüße,
    Jasi ♥

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    1. Huhu Jasi!
      Es war wirklich eines der schlechtesten Bücher als, das ich jemals gelesen habe. Nicht unbedingt wegen der Bettgeschichten, sondern auch sonst war es so platt und klischeehaft, dass es einfach keinen Spaß gemacht hat!
      Ich weiß, dass viele das Buch sehr lieben - aber das kann ich eigentlich gar nicht nachvollziehen!

      Liebe Grüße

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