[Rezension] Die Bestimmung


Autor: Veronica Roth
Titel: Die Bestimmung
Originaltitel: Divergent
Verlag: Random house Verlagsgruppe (cbt)
ISBN: 978-3-570-16131-9
Seiten: 476
Leseprobe: [link]
Klappentext: "Fünf Fraktionen, fünf verschiedene Lebensformen sind es, zwischen denen Beatrice sich entscheiden muss, als sie sechzehn wird. Sie weiß: Es ist die wichtigste Wahl ihres Lebens, denn sie entscheidet über ihre Familie, ihre Freunde, ihre Feinde. Doch der Test, der über Beatrices innere Bestimmung Auskunft geben soll, zeigt kein eindeutiges Ergebnis. Sie ist eine Unbestimmte. Die aber gelten in der Welt, in der sie lebt, als hoch gefährlich..."


Das Cover:

Es zeigt das Zeichen der Ferox, die Gruppe, die im ersten Band der Trilogie ziemlich im Vordergrund stehen. Ich finde, dass es einen schon recht neugierig auf das Buch macht - irgendwie wirkt es episch, spannend und dynamisch. Allerdings kommt die "Bestimmung" dabei irgendwie zu kurz...

Die Gesellschaft ist geteilt...

In dieser Welt sind die Menschen geteilt in fünf Fraktionen: Altruan (die Selbstlosen), Candor (die Freimütigen), Ken (die Wissenden), Amite (die Friedfertigen) und die Ferox (die Furchtlosen). Es herrscht eine Regel: Fraktion vor Blut. Im Alter von 16 Jahren stehen alle Jugendlichen vor der Entscheidung ihres Lebens: Sie wählen ihre zukünftige Fraktion und entscheiden sich für ein Leben mit oder ohne ihre Familie. 
Um jedem die Wahl zu erleichtern, werden Eignungstests vor der Wahl durchgeführt.

Meine Meinung:

Ich fing das Buch während den Prüfungen an und las die ersten 80 Seiten, bis ich kurz Pause machte, um zu lernen. Aber in Gedanken dachte ich: Wenn ich in dieser Welt wäre, wäre ich dann... eine Ken? Oder eher eine Altruan? Dass ein Buch nach so kurzer Zeit bereits so präsent im Kopf ist, ist total erstaunlich!

Die junge Altruan Beatrice (später Tris) erhält kein eindeutiges Ergebnis. Sie bekommt von ihrem Tester den Hinweis, es unter keinen Umständen Preis zu geben, denn es sei äußerst gefährlich. Irritiert über das Ergebnis und gleichzeitig müde vom Altruan-Alltag entscheidet sie sich schweren Herzens, ihre Fraktion zu verlassen und sich den Ferox anzuschließen. Bevor sie jedoch eine Ferox wird, ist sie erst einmal eine Initiantin, wie alle anderen, die sich für die Ferox entschieden haben. Ein Wettkampf startet - sie alle müssen Prüfungen absolvieren und es gilt: Sei besser als die anderen, denn nur die 10 besten Absolventen werden zu Ferox. Der Rest landet als Fraktionsloser auf der Straße.

In diesen Prüfungen muss Beatrice ihren Körper und ihren Geist stärken, Ängste überwinden, sich aber auch einiges von den anderen Initianten gefallen lassen. Von diesen wird sie Stiff genannt, eine abschätzende Bezeichnung für Altruan. Es kommt zu Auseinandersetzungen, Demütigungen und Handgreiflichkeiten. Unterstützung findet sie zwar bei ihren neuen Freunden, jedoch treibt der Wettbewerb einen Keil zwischen die Freundschaft. Im Inneren wissen sie, dass sie Konkurrenten sind.
Tris ist nur sehr zierlich und kann den anderen in Sachen Kraft kaum das Wasser reichen. Das Training ist hart und ihr tut am Ende des Tages jeder einzelne Muskel weh. Noch schlimmer als das Training ist allerdings die Skrupellosigkeit des Ausbilders Eric, der Mut mit Tollkühnheit verwechselt und alle Initianten dazu zwingt. Da es aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, werden die Gedanken von Tris besonders deutlich.

Immer wieder verfällt Tris in eine Melancholie, ihr wird bewusst, dass sie ihre Familienmitglieder nicht mehr sehen wird und sehnt sich nach der Sicherheit der Altruan. Sie vermisst ihre Familie sehr, und gleichzeitig werden ihr durch die Distanz ganz neue Facetten ihrer Eltern, aber auch ihres Bruders Caleb bewusst.
Gleichzeitig findet sie eine unheimliche Freude an dem Alltag der Ferox. Sie genießt eine Gelassenheit, die sie vorher noch nicht kannte, lässt sich tätowieren, tut endlich nur etwas für sich selbst. Sie springt auf fahrende Züge, lässt sich von Hochhäusern abseilen und sie durchströmt ein Gefühl der unermüdlichen Freiheit und sie merkt, dass Mut manchmal das Gleiche wie Selbstlosigkeit ist.
Und was fehlt noch? Klar! Die Liebe, die Liebe. Im Laufe der Handlung fühlt sich Tris immer mehr dem Ausbilder Four angezogen, doch er ist nicht nur ein wenig zu alt, sondern auch schrecklich unnahbar. Tris kämpft nicht nur um ihr Leben und lebt in einer viel zu starren Welt, sondern gleichzeitig ist sie doch nur ein Teenager. 
Unheimlich spannend wird die Geschichte dargestellt, da viele Themenkomplexe sich ergänzen - was hat es mit der Bezeichnung unbestimmt auf sich? Wird Tris die Initiationsphase überstehen? Wie sieht es mit ihrer Familie aus? Was passiert in der Gesellschaft? Wie entwickelt sich Tris?
Das Buch hat keinen strengen Handlungsstrang, die Geschichte lebt in sich hinein und ist ein wenig chaotisch, manchmal wurde es mir auch zu viel und ich habe den Faden komplett verloren, wusste nicht, was die eigentliche Handlung ist. Aber ich glaube, dass eine Dystopie davon lebt, denn die Gesellschaft kommt, wenn auch manchmal zu oberflächlich, sehr stark zum Ausdruck.
Es hat mich überrascht, wie schnell ich dieses Buch durchgelesen habe. Die Seiten sind nur so an mir vorbeigerast und ich konnte es kaum aus der Hand legen. 
Und dennoch hat es mich nicht aus den Socken gerissen. Roths Buch ist lebendig, aufregend, spannend und genial... und trotzdem... Ich konnte mich nicht mit den Personen identifizieren oder anfreunden, irgendwie waren sie mir schrecklich unsympathisch, es waren weitgehend Stereotypen, die mich oft an Charaktere aus anderen Büchern erinnerten. Das Buch ist durchaus emotional und schön, aber mich persönlich hat es leider gar nicht erreicht.

Fazit und Bewertung:

Summa Summarum ist es eines der wunderbarsten Jugendromane, die ich bis jetzt gelesen habe. Ich liebe die Idee von der Gesellschaft und finde, dass Roth diese nicht zuletzt wegen dem schönen Schreibstil zum Leben erweckt. Es hat von allem etwas, Teenie-Liebe, Action, Spannung, und Moral... und ist leider manchmal sehr strukturlos und es bedarf Geduld, bis die eigentliche Handlung losgeht.
Ich weiß, dass das Buch unheimlich beliebt ist und ich kann es nachvollziehen. Auch wenn es mich nicht so mitgerissen hat, wie andere, ist es unheimlich gut gemacht und ich kann mir vorstellen, dass viele (viele, viele, viele, viele) genau nach so einem Buch suchen.

Kauft es euch!





Kommentare:

  1. Hmm, irgendwie bin ich jetzt immer noch nicht schlauer, ob dieses Buch was für mich ist oder nicht... xD
    Es klingt sehr nach Stereotypen und nach Dingen, die ich so oder so ähnlich schon oft genug gelesen habe... Allerdings finde ich es erstaunlich, dass es dich so begeistert hat, also muss ja irgendwas dran sein an diesem Buch... *grübel* =D

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    1. Ich glaube, dass das Buch nicht wegen seiner Originalität heraussticht, denn im Großen und Ganzen ist es nichts besonders Besonderes...
      Allerdings finde ich, dass es äußerst angenehm zu lesen war, besonders nach einem harten Tag konnte ich es einfach in die Hand nehmen und entspannen. Zumindest wurde es an keiner Stelle langweilig, manchmal zwar recht offensichtlich, aber durchaus nicht unangenehm.
      Im Gegensatz zu Welt aus Staub oder Panem fand ich es zumindest vom Schreibstil her wesentlich lebendiger und schöner.
      Ich denke, dass man mit den Stimmungsschwankungen von Tris klarkommen sollte, denn es ist eine heiße Achterbahnfahrt ihrer komischen Gefühle O.o Wahrscheinlich konnte ich deswegen auch nicht so wirklich mit ihr warm werden, ähnlich wie bei den anderen Charakteren.... irgendwie war ich an keiner Stelle so weit, dass ich tiefere emotionale Bindungen zu den Charakteren aufgebaut hätte.
      Und da es sich um eine Trilogie handelt ist das Ende sehr offen gehalten!

      Du kannst ja mal in die Leseprobe reinlesen, vielleicht hilft es dir. Und ich kann es dir auch gerne mal zuschicken, wenn du es lesen magst! =)

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