[Rezension] Wie man unsterblich wird




Eine rührende Geschichte mit unheimlich viel Charme, traurigem Humor und Herz bietet und Sally Nicolls Buch: Wie man unsterblich wird.


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Autor: Sally Nicholls
Titel: Wie man unsterblich wird - Jede Minute zählt
Originaltitel: Ways to live forever
Verlag: Dtv
Seiten: 197
Erscheinungsjahr: 2008
ISBN: 978-3-423-62455-8
Klappentext: "Was würdest du tun, wenn du nicht mehr lange zu leben hättest? Der elfjährige Sam weiß es genau: Horrorfilme schauen. Einen Weltrekord aufstellen. Teenager sein, mit allem, was dazugehört. Er macht sich an die Erfüllung seiner Wünsche - und lernt dabei eine Menge über das Leben."






Das Cover:

Mein erster Eindruck war, dass das Bild sehr kindlich herüberkommt, ein wenig, wie die Schattenbilder, die ich im Kindergarten immer machen durfte. Auch diese etwas, ich nenne es mal, grobere Schrift lassen dieses typisch kindliche zur Erscheinung bringen. Wenn man das Buch allerdings gelesen hat, erkennt man die Schönheit des Bildes und irgendwie rührt es total.

Die Handlung:

In Wie man unsterblich wird erlebt man den Alltag von dem 11-jährigen Sam, der an Leukämie erkrankt ist. Zusammen mit seinem besten Freund Felix, den er im Krankenhaus kennen gelernt hat, hat er bei sich zu Hause Unterricht bei Ms. Willis, die mit ihnen eher kreative Arbeiten verrichtet. Eines Tages möchte sie, dass die beiden eine Geschichte schreiben. Schon bald findet Sam Gefallen daran und das Buch, oder auch Tagebuch, ist das Ergebnis.

Süßer Schmerz für den Leser...

Eigentlich kann ich gar nicht so viel dazu sagen. Denn es hat mich recht sprachlos zurückgelassen. Das ist eines der Bücher, das ich fertig gelesen habe und mir dachte: "Wieso kann es nicht länger sein?"
Die Geschichte ist komplett aus Sams Perspektive erzählt und teilt sich auf in Listen, Fragen und Geschichten, die er verfasst hat. Mit teilweise traurigem Humor lässt er uns Teil an seinem Leben haben, und berichtet von der Schule zu zweit, von gelben, schwabbeligen Blutplättchen, von der Kinderkrebsstation.
Der Unterricht, den er zusammen mit seinem besten Freund Felix besucht, wird von Ms. Willis bei ihm zuhause gehalten, wobei immer wieder lustige und aberwitzige Situationen entstehen.
So traurig die Diagnose für seine Familie ist, so tapfer und lebensfroh geht er selbst damit um. Sam schreibt Listen mit Dingen, die er noch tun will und verwirklicht eines nach dem anderen, denn Felix und er nehmen sich beide vor, alles zu tun, was sie noch machen wollen, bevor sie sterben. Und das ist für einen 11-jährigen nicht weniger als auf eine Rolltreppe falsch herum zu laufen, einen Weltrekord aufzustellen oder mal ein Teenager zu sein.
Gleichzeitig verfasst er Listen mit Fragen, die er sich stellt. Fragen wie diese, warum Gott manche Kinder sterben lässt und ob sterben wehtut. In ihrer Kindlichkeit diskutieren sie darüber und kommen zu unglaublich rührenden Ergebnissen.
Neben der tiefen Freundschaft zwischen Felix und Sam, und den Träumen, die sie sich erfüllen, spielt natürlich auch seine Familie eine ganz zentrale Rolle in seinem Leben. Man erkennt die unglaubliche Trauer, die auf den Angehörigen lastet. Mutter und Vater tun alles, um ihren Sohn eine möglichst schöne Zeit zu machen und trotzdem sind sie immer wieder erschüttert von all der Trauer. Seine kleine 8-jährige Schwester kann die Thematik noch gar nicht richtig begreifen und beschwert sich darüber, dass sie zur Schule gehen muss und er nicht.
Mit viel Liebe zum Detail erzählt Nicholls eine unalltägliche Geschichte mit einer alltäglichen Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit, die einfach unter die Haut geht.
Das Buch ist eine Geschichte über den Tod und ist trotzdem voller Lebensfreude. Es ist eine Mischung aus -  manchmal traurigem - Humor, der Naivität eines kleinen Jungen und der Weisheit des Lebens und allein das macht das Buch so schön.


 Bewertung und Fazit:


Nach meinen kleinen Lobgesängen kann man sich schon ausmalen, dass das Buch auf jeden Fall nicht schlecht bewertet werden kann. Für 5 Punkte fehlt mir allerdings das gewisse etwas - das, was sagt: Besser geht es wirklich nicht!
Trotzdem hat mich das Buch diverse Male fast zum weinen gebracht, denn es ist so unglaublich rührend, dass ich es mit Extrem Laut & Unglaublich Nah vergleichen würde (was ja nicht allzu häufig passiert!)
Dieses Buch ist nicht spannend, aber man kann es trotzdem nicht loslassen, weil man einfach Zeit mit dem Protagonisten verbringen will. Es ist lustig, traurig, rührend, weise - das ist wie man unsterblich wird.

Empfehlung! 4 von 5 Punkten!

 


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