[Rezension] Skulduggery Pleasant - Der Gentleman mit der Feuerhand



Tja, ich denke an diesem Buch kommt man mittlerweile wirklich nicht mehr vorbei. Derek Landy bietet mit seiner Buchreihe "Skulduggery Pleasent" wahnwitziges modernes Fantasy, das den Nerv der Zeit trifft.


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Autor: Derek Landy
Titel:  Skullduggery Pleasant - Der Gentleman mit der Feuerhand
Originaltitel: Skulduggery Pleasant
Verlag: Loewe Verlag
Seiten: 344 Seiten
Erscheinungsjahr: 2007
ISBN: 978-3785559222
Leseprobe: [Link]
Klappentext:
"Versprichst du, mir in Zukunft nichts mehr zu verheimlichen?", fragte Stephanie. Skullduggery legte die Hand auf die Brust. "Hand aufs Herz. Ich schwöre es bei meinem Leben." "Okay." Er nickte und ging ihr voraus zum Bentley. "Allerdings hast du kein Herz mehr." "Ich weiß." "Und rein technisch gesehen auch kein Leben." "Auch das weiß ich." "Dann verstehen wir uns ja." 



Das Cover:


Das Cover hat für mich etwas Schönes - Skulduggery in Schwarz-Weiß und der Kontrast vom Orange im Hintergrund. Wenn man die anderen Cover der Buchreihe sieht, finde ich es umso passender, da jedes diese Schwarz-Weiß-Thematik + einer starken Farbe aufgreift. An sich hat es mich eigentlich angesprochen - nicht so melodramatisch wie andere Covers.

Die Handlung:


Der verstorbene Schriftsteller Gordon Edgley vererbt seiner zwölfjährigen Nichte Stephanie sein gesamtes Haus. Bei der Testamentseröffnung lernt sie den mysteriösen Mr. Pleasant kennen, der sich durch Schal und Sonnenbrille komplett unkenntlich macht. Als sie eine Nacht in der neu gewonnenen Villa verbringen will, wird sie plötzlich von einem Fremden attackiert - aber Mr. Pleasent kommt ihr zu Hilfe und verliert dabei seine Tarnung - Er ist ein Skelett, und ein Magier noch dazu! Um aus dem Alltagstrott zu entfliehen, schließt sie sich ihm kurzerhand an, sie will die Kunst der Magie erlernen. Aber die Welt der Magie bedeutet nicht nur Aufregung, sondern auch Gefahr - bald schon ist sie in einen Kampf uralter Mächte verwickelt.

Viel zu lachen, aber...

Auf die Gefahr hin, dass mein Freund mich jetzt hasst (das ist sein Lieblingsbuch!), hält sich bei mir die Euphorie in Grenzen. Skulduggery ist mir schon lange ein Begriff und scheint auch sehr beliebt, aber ich habe es nie gelesen, da ich mich etwas schwer mit Jugendliteratur tue.
Aber fangen wir von Vorne an: Alles beginnt, wie bereits beschrieben, mit der jungen Stephanie, die die Villa zu Ungunsten ihrer Tante erbt. Gleich in der ersten Nacht, die sie dort verbringt, wird sie von einem Fremden angegriffen. Dieser verlangt von ihr einen Schlüssel und will ihren Namen wissen. Doch glücklicherweise kommt Skulduggery zu Hilfe. Dann der Schock - Er ist ein feuerballwerfendes Skelett! 
Nach diesem Vorfall wird Stephanie zu seinem Lehrling. Skulduggery ist ein Dedektiv, der für das Sanktuarium arbeitet und hegt den Verdacht, dass Serpine nach dem Zepter der Urväter sucht, der ihm unvorstellbare Macht verleihe. Neben dem Zepter sucht Serpine auch das Buch der Namen, denn jeder hat drei Namen - den einen, den man von Anfang an hat (und meistens selbst nicht kennt), den, den die Eltern einem bei der Geburt geben und einen, den man sich selbst gibt, um sich vor der Magie der anderen zu schützen. Denn kennt man den wahren Namen einer Person, so kann man diesen durch Magie komplett kontrollieren. Ein Wettlauf der Zeit beginnt - wer findet was zuerst?
Skulduggery Pleasant ist in einem relativ typischen Jugendstil verfasst - moderner, alltäglicher Sprachstil, eine auktoriale Erzählform und eine (es tut mir Leid) relativ oberflächliche Anschauung. Jugendromane neigen generell dazu, einen ähnlichen Verlauf zu haben - ein Held, eine Verschwörung, ein Objekt der Begierde, ein Katz-und-Maus-Spiel, was man ja bereits aus einigen anderen Fantasyromanen kennt. Und Skulduggery bildet hier keine Ausnahme.
Aber bei diesem Buch hat es mir nicht viel ausgemacht - Skulduggery habe ich gerne gelesen, denn der Humor ist allgegenwärtig, originell, unterhaltsam und an manchen Stellen auch ein bisschen schwarz, sodass die Story eher in den Hintergrund für mich rückt. Aber vor allem ist er eines: einzigartig. Dafür gibt es einen richtig großen Pluspunkt von mir. Die Idee der Namen fand ich auch sehr interessant - und das ist gut gelungen! Für mich war dieser Aspekt sogar der interessanteste an dem Konzept des Buches.
An sich ist die Handlung nicht unspannend gestaltet - Landy hat es gerade gegen Ende sehr spannend gemacht. 
Was das Buch letztlich einen Stern in meiner Bewertung kostet, ist die fehlende Tiefe. Die Charaktere sind viel zu oberflächlich behandelt - ich hätte sehr gerne mehr über sie erfahren. Stephanie verhält sich nicht wie eine 12-Jährige - sie handelt und redet wie eine junge Erwachsene und von vielen kann ich mir gar kein Bild machen, Serpine zum Beispiel. Irgendwie erinnern mich die Charaktere ein wenig an Märchenfiguren, eindimensional, auf ihre Handlung in der Geschichte reduziert, unrealistisch. 

Bewertung und Fazit:


Ich bin zwiegespalten - ich weiß, dass vielen dieses Buch gefallen wird und ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn ich dem Buch wenige Sterne gebe. Ich glaube, dass Skulduggery eine sehr breite Masse anspricht - der Humor ist super und verdient allein schon 3 Sterne, die Geschichte ist zwar abgekaut, aber nicht unerträglich und ich glaube, dass das viele auch gar nicht stört. 
Ich kann dem Buch aber keine 4 Sterne geben, da ich in dieser Rezension meine Meinung wiedergeben will und mich nicht verbiegen möchte - und mir fehlen einfach Dinge, die mir persönlich für ein gutes Buch wichtig sind - die Charaktere, Originalität, die Message. Außerdem war mir die Sprache ab und zu doch zu einfach - aber das ist ein Tick von mir.
Also Leute: Wenn ihr Fantasy-Jugendromane mögt, dann empfehle ich euch dieses Buch wirklich, vor allem diejenigen, die dabei lachen wollen. Aber wer ähnlich viel Wert auf die Dinge legt, die ich oben aufgegriffen habe, sollten von dem Buch echt nicht allzu viel erwarten.

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